Was verstehst du unter deiner neuen Rolle als COO? György Varknal: Früher war ich als Geschäftsführer der ungarischen Tochtergesellschaft für einen Standort verantwortlich. Jetzt bin ich auf Gruppenebene für Koordination, Skalierung und Leistungssicherstellung der gesamten Produktion zuständig. Mein Fokus verlagert sich von lokalen Ergebnissen hin zu Konzerneffizienz, einheitlichen Standards und Synergien – heute zählen Strategie und Umsetzung gleichermassen. Was sind deine Aufgaben in dieser Funktion? György Varknal: Zu meinen Aufgaben gehört die Entwicklung einer gruppenweiten operativen Strategie, die sich an Kundenbedürfnissen und den Erwartungen der wichtigsten Stakeholder orientiert. Eine zentrale Aufgabe ist, ein Gleichgewicht zwischen Qualität, Kosten, Durchlaufzeit und Lieferzuverlässigkeit herzustellen und unsere Prozesse zu vereinheitlichen. Wir bewerten die bewährten Verfahren der einzelnen Standorte, um sie für gemeinsame Prozessverbesserungen zu nutzen. Ausserdem arbeite ich heute enger mit den Verantwortlichen der anderen Bereiche an den Produktionsstandorten zusammen, um standortübergreifend abgestimmter arbeiten zu können. Wie kam es dazu, dass du diese Position übernommen hast – und hat dir die Erfahrung als Geschäftsführer in Ungarn dabei geholfen? György Varknal: Während meiner 23 Jahre am Standort in Ungarn habe ich mich mit dem Unternehmen weiterentwickelt. Als ich begann, beschäftigten wir 14 Mitarbeitende, heute sind es 165. In dieser Zeit haben wir unsere Fertigungstechnologie ausgebaut, Prozesse optimiert, Projekte mit Partnerunternehmen umgesetzt und die für Wachstum nötigen personellen Kapazitäten aufgebaut. Change Management und kontinuierliche Schulungen sind zu festen Bestandteilen unserer Arbeit geworden. Diese Erfahrungen helfen mir heute, meine Kollegen und Kolleginnen bei der Erreichung unserer Ziele zu unterstützen. Was sind die Ziele und Visionen? György Varknal: Unsere Vision ist eine abgestimmte, kosteneffiziente und flexible Produktion an allen Standorten. Mit moderner Technologie und einheitlichen Qualitätsstandards wollen wir Produkte herstellen, die hohen Anforderungen gerecht werden und ein wettbewerbsfähiges PreisLeistungs-Verhältnis bieten. Was sind die grössten Herausforderungen – insgesamt und an den beiden Produktionsstandorten? György Varknal: In einem dynamischen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld ist die Festlegung einer langfristigen Strategie anspruchsvoll. Wir unterteilen langfristige Ziele daher in kleinere Meilensteine, um nach jedem Schritt die nächsten Ziele an veränderte Bedingungen anzupassen. Die eingesetzten Technologien sind an den Standorten in vielen Prozessschritten identisch, einige Vorgänge werden aber aus Wirtschaftlichkeitsgründen unterschiedlich umgesetzt. Das führt vor Ort zu gut funktionierenden Prozessen, kann aber die flexible und koordinierte Nutzung der Kapazitäten beider Standorte erschweren. Für gemeinsam zu lösende Aufgaben und künftige Investitionsentscheidungen muss daher eine Richtung festgelegt werden, die für alle Standorte geeignet ist. «Was mich vom ersten Gespräch an überzeugt hat, waren die gelebten Werte», sagt Andreas Schmidt, «eine familienfreundliche und soziale Unternehmenskultur, gepaart mit der tiefen Leidenschaft, ein Produkt bestmöglich weiterzuentwickeln, um dem Kunden einen spürbaren Mehrwert zu bieten. Diese Philosophie, getragen von einer durchweg wertschätzenden Kommunikation, hat den Ausschlag gegeben.» Dieser erste Eindruck hat sich für Andreas Schmidt im Alltag bestätigt. Den «FRAISA Spirit» beschreibt er als eine besondere Verbindung aus Perfektion, Innovation und Effizienz. Ein prägendes Beispiel war für ihn ein Projekt-Workshop im Juni in Solothurn: Die hohe Arbeitsdisziplin und das Engagement aller Beteiligten hätten dazu geführt, dass das Team in kurzer Zeit zu überzeugenden Ergebnissen gekommen sei, die nun konsequent weiterverfolgt würden. GESCHÄFTSBERICHT 2025 / 2026 I FRAISA INSIDE Andreas Schmidt ist neuer Geschäftsführer der FRAISA GmbH in Willich Auch fachlich und kulturell habe ihn FRAISA schnell überzeugt. Besonders hebt Andreas Schmidt die ausgeprägte Innovationsbereitschaft sowie die Zeit hervor, die sich das Unternehmen für Kunden und Produkte nimmt. Eindruck hinterlassen haben bei ihm auch die ersten Kundenbesuche: «Es hat mich mit Stolz erfüllt, zu erleben, dass sich manche Kunden selbst als echte ‹FRAISA Fans› bezeichnen. Das zeigt eine starke Bindung.» Kulturell stehe für ihn vor allem der wertschätzende Umgang im Vordergrund – sichtbar auch in den kleinen Dingen des Arbeitsalltags. Willich soll sich unter seiner Führung in mehrfacher Hinsicht weiterentwickeln: als starker Partner für die Kunden in Deutschland, als Standort mit hoher technischer Kompetenz und als gruppenweit zentraler Knotenpunkt für FRAISA ReTool®. Im Mittelpunkt stehen dabei die Weiterentwicklung des Teams, nachhaltiges Wachstum und eine klare Ausrichtung auf die Anforderungen der Kunden von morgen. Zugleich sollen die hohen Ansprüche an Qualität und Lieferfähigkeit konsequent gesichert werden. Für die Zukunft ist der Kurs klar: Die FRAISA GmbH soll weiterhin wachsen und allen Mitarbeitenden eine sichere und verlässliche Arbeitgeberin bleiben. Technologische Entwicklungen will Andreas Schmidt gezielt nutzen, Teams stärken und die Zusammenarbeit mit Kunden weiter vertiefen. Entscheidend bleibt für ihn, die Zeit beim Kunden so wertvoll wie möglich zu gestalten. «Nach 24 Jahren im selben Unternehmen habe ich gezielt nach neuen Impulsen gesucht. Bei FRAISA habe ich sie gefunden: in den gelebten Werten, der Leidenschaft für das Produkt und einer tiefen Wertschätzung, die ich vom ersten Gespräch an gespürt habe. Das ist die Basis, auf der wir unsere Erfolgsstory fortschreiben werden.» Andreas Schmidt | FRAISA GmbH | Geschäftsführer FRAISA INSIDE Im Gespräch mit dem neuen COO Mit der Funktion als Chief Operating Officer (COO) übernimmt György Varknal Verantwortung für die Koordination, Weiterentwicklung und Leistungssicherstellung der Produktion auf Gruppenebene. Im Interview spricht er über sein Rollenverständnis, seine Ziele und zentrale Herausforderungen der standortübergreifenden Entwicklung. Nach 24 Jahren in seinem Ausbildungsbetrieb, in dem er sich vom Auszubildenden bis zum Geschäftsführer entwickelte, suchte Andreas Schmidt bewusst nach neuen Impulsen. Gefunden hat er sie bei FRAISA. Ausschlaggebend waren für ihn vor allem die gelebten Werte des Unternehmens: eine familienfreundliche und soziale Unternehmenskultur, verbunden mit dem Anspruch, Produkte konsequent weiterzuentwickeln und Kunden einen spürbaren Mehrwert zu bieten. Mit frischer Perspektive und klaren Prioritäten: [ 22 ] [ 23 ]
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